Therapiekonzepte für Kinder von 3-6 Jahren

Myofunktionelle Therapie

Wir unterstützen Sie bei muskulären Dysbalancen im Mund-Gesichtsbereich, welche zu Zahn- und Kieferfehlstellungen führt. Diese fallen auch schon häufig während der Sprachvorsorgeüberprüfung im Kindergarten auf. Wir bieten Ihnen eine individuelle myofunktionelle Therapie in Zusammenarbeit mit Ihrem Kieferorthopäden oder Zahnarzt an. Eine myofunktionelle Therapie kann dabei schon vor und während einer Zahnspangenbehandlung durchgeführt werden. Dabei können die Padovan-Therapie, das Oro-Neu Konzept oder aber auch die NFT-Therapie, je nach Befund, als mögliche Therapiemethoden greifen.

Padovan- Therapie

Die neurologische Reorganisation nach Frau Beatrix Padovan beruht auf der Theorie, dass ein sprachauffälliges Kind in seiner motorischen Entwicklung einen oder mehrere Entwicklungsschritte nicht oder  nur unzureichend durchlaufen hat. Jede Bewegung unserer Entwicklung dient aber dazu, unsere grob- und feinmotorische Bewegungsplanung zu automatisieren, sie also mit immer weniger bewusster Aufmerksamkeit  durchzuführen und so wieder mehr Energien für andere Aufgaben zur Verfügung zu haben.

Bei der Padovan- Therapie werden deshalb alle Stufen der Bewegungsentwicklung wiederholt. Von der Bauchlage arbeitet sich das Kind über das Rollen,  Kriechen und Krabbeln hoch bis zum gekreuzten Gehen. Alle Übungen werden immer mit Versen oder Liedern begleitet, wobei der betreffende Fehllaut im Mittelpunkt steht. Es finden zuerst homolaterale, dann gekreuzte Übungen statt. Das Ziel der NR ist ein gutes Körperschema zu entwickeln und eine Hirndominanz zum Entfalten der Händigkeit zu bringen.

ORO-NEU

Hauptsymptome der Orofazialen Dysfunktionen (myofunktionelle Störungen) bei Kindern und Jugendlichen sind Mundschlussinsuffizienz, vorverlagerte Zungenruhelage und das primäre, also aus der frühen Kindesentwicklung stammende Schluckmuster. Die OroNeu-Therapie orientiert  sich in seinem Ansatz an der neurophysiologischen Entwicklung des Kindes.  Eine kieferorthopädische Behandlung wird dadurch oft sinnvoll ergänzt, da Kiefer- und Zahnfehlstellungen häufig auf eine unreife orofaziale Entwicklung zurückzuführen sind.

NF!T

Die Neurofunktions(!)therapie (NF!T) nach Elke Rogge bietet eine ursachenorientierte und ganzheitliche Herangehensweise an. Die Therapie ist aus dem Grundgedanken entstanden, dass wir zu einer guten, gesunden und ’normalen‘ Entwicklung verschiedene Meilensteine durchleben müssen, um den Anforderungen im Alltag, in der Schule und im Beruf zu genügen.  Je nach Ausgangslage können dann Fähigkeiten und/oder Funktionen entwickelt, verbessert, wiederhergestellt oder erhalten werden.

Diese Therapiemethode findet sowohl im Bereich der Kindersprache als auch in der Therapie mit Erwachsenen Patienten  Anwendung: Beispielsweise bei Artikulationsstörungen, myofunktionellen Störungen, Stimmstörungen und Schluckstörungen.

Sensorisch-integrative Mototherapie 

Die sensorisch- integrative Mototherapie nach G. Kesper und C. Hottinger ist ein für Gruppen und Einzeltherapien entwickeltes Konzept und kann besonders gut mit dem Konzept der Neurologischen Reorganisation nach Padovan entwickelt werden. Es werden in der SIM die drei Basissinne ( auch Nahsinne) taktil,  kinästhetisch und vestibulär behandelt.

Zu jedem Sinnesbereich gibt es eine Vielzahl von Übungen, welche auch zu Hause weitergeführt werden sollten. Ein wichtiger Bestandteil der SIM sind die reflexhemmenden Übungen. Das Konzept entwickelt sich auf dem Hintergrundwissen, dass bei vielen auffälligen Kindern die Nackenstellreflexe noch nicht überlagert sind. In einer Untersuchung an lernbehinderten Kindern wurde bei 80 % der Kinder ein auffälliger Reflexstatus festgestellt. Es gibt auch in der Sprachtherapie noch viele Kinder,  welche durch noch nicht gehemmte Reflexe an einer optimalen Gesamtentwicklung gehindert werden. Durch zusätzliche Übungen können diese jedoch auch im späteren Alter überlagert werden.

Hörtraining

Das Hörtraining wird besonders bei Kindern mit auditiven Wahrnehmungsstörungen eingesetzt. Eine mögliche Ursache für auditive Wahrnehmungsstörungen sind neben vestibulären und taktil- kinästhetischen Integrationsproblemen auch häufige Mittelohrentzündungen besonders im Alter von 1- 3 Jahren.

Auch häufige Erkältungen bringen immer wieder Entzündungen von den Atemwegen über die Eustachische Röhre ins Mittelohr. Bei einigen Kindern entwickelt sich dann aufgrund von fehlendem Hörvermögen oder aber auch durch Körperasymmetrien ein Hören nur auf „einem Ohr“. Hier setzt dann das Lateraltraining mit dem „AUDIVA“-Hörtrainer  an, das Kind bekommt im Wechsel Musik auf das eine und dann auf das andere Ohr gespielt.

Die zweite Säule des Hörtrainings ist das Hochtontraining. Hierbei bekommen die Kinder Musik mit hohen Tönen durch die Kopfhörer angeboten. Dadurch kann ein Bewusst machen der hochfrequenten Sprachlaute,  z. B. /F/, /S/, und /Sch/ erreicht werden. In der Regel wird das Lateral mit dem Hochtontraining gekoppelt. Zu Beginn hören die Kinder klassische Musik. Später kommt noch durch ein Mikrophon angebotene Sprache hinzu.

Das „The-Voive“-Training fördert das dichotische und binaurale Hören, das heißt das auditive Reize schneller und gleichzeitig adäquat verarbeitet werden können.  Geräuschüberempfindlichkeiten können dadurch abgebaut werden.

LID-COMBE

Das Lidcombe-Programm ist ein Therapiekonzept zur Behandlung von Redefluss-Störungen im frühen Kindesalter.  Diese Methode wird besonders von den Eltern im häuslichen Kontext angewendet. In der Therapie lernen die Eltern unter unserer Anleitung und Begleitung, wie sie die Lidcombe-Methode zu Hause ein- und umsetzen können. Hierzu werden die Eltern in die einzelnen Elemente der Therapie mit eingebunden und bekommen praktische Hilfestellungen in der Umsetzung des Lidcombe- Programms. Das Programm basiert auf der Annahme, dass flüssiges Sprechen im Repertoire jedes Kindes vorhanden ist und durch bestimmte Verhaltensweisen gefördert und positiv beeinflusst werden kann.

PLAN- Therapie

Die PLAN-Therapie (Patholinguistische Therapie bei Sprachentwicklungsstörungen) ist für Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerung  oder -störung geeignet. Der Planansatz ermöglicht, auf allen sprachlichen Ebenen mit dem Kind zu arbeiten und verzahnt die einzelnen Therapiebausteine miteinander. So können beispielsweise die Bereich Wortschatz, Satzstruktur- und Satzflexibilität, Grammatik erarbeitet und miteinander verknüpft werden.

DUOGRAMM

Mit Hilfe des Duogramms lassen sich grammatische Merkmale der Sprache erarbeiten wie z.B.  Verbstellung (Syntax) oder Markierungen (Morphologie), z.B. Einzahl-Mehrzahlbildung. Das Duogramm besteht aus verschiedenen Bildkarten-Sets und verdeutlicht dem Kind Unterschiede beim Grammatikerwerb. Das Kind lernt durch die Kontrastierung grammatische Strukturen  wahrzunehmen, zu verstehen und selbst anzuwenden.

F.O.T.T (Kinder und Erwachsene)

Die Facio Orale Trakt Therapie kommt besonders bei der kindlichen oder der erworbenen Dysarthrie und Dysphagie zum Einsatz. Die Basis für ein Verbessern oder Wiederherstellen von Funktionen wie Schlucken und/ oder Sprechen ist eine gute Körperhaltung. Handlungs- und Bewegungsabläufe werden in ihrer Physiologie unterstützt und im Hinblick auf die Bedürfnisse des Patienten in seinen Alltag angepasst. Das Ziel ist die Verbesserung der Aktivität des Nervensystems und die Minimierung von Kontrakturen und Faszienblockierungen in dem betroffenen Gewebsareal.

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